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Nur
mehr ganz verschämt, aber auch mit intellektuellem Stolz, wird heute
der Begriff „Humanistische Bildung“ verwendet. Dabei wäre das ein
so guter Begriff: eine Bildung, die möglichst den ganzen Menschen
umfasst, sich auf das Humanum, das Menschliche bezieht und den Erdenbürger
nicht bloß als „Hirncomputer“, als „Leistungswesen“ und sonst ein
einseitiges Bildungsmaterial betrachtet.
Die Geschichte unseres Bildungswesens ist durch all die Jahrhunderte
hindurch bis herauf in unsere Zeit in vielem leidvoll, sie wird
zwischen den Extremen von Nivellierung und allzu elitärem Denken
hin und hergerissen, und wird immer mehr das Opfer zahlreicher,
nicht selten unüberlegter Experimente. Das Humanum muss immer mehr
dem Leistungsdruck weichen, im Vordergrund steht die Frage: „Wozu
brauch’ ich dieses oder jenes Wissen?“, wie wenn man das gar so
genau beantworten könnte. Selbstverständlich ist auf diesem Hintergrund
das Erlernen des Griechischen fehl am Platz, es stellt für viele
einen Luxus dar, den sich nur traditionsreiche Schulen leisten können.
Um
jedoch am Schottengymnasium dem Griechischen einen etwas moderneren
„Touch“, zu deutsch „Anstrich“ zu geben, entstand die Idee, auch
im Rahmen des Griechischunterrichts Kulturreisen zu organisieren.
Bereits seit zehn Jahren pilgern nun schon unsere Griechischschüler
zur Wiege der europäischen Kultur, nach Hellas. Es zeigt sich immer
mehr, dass diese Fahrten nicht nur beliebt, sondern auch durchaus
sinnvoll sind: Wieviele Sagen und Mythen, geistige Anstöße und kulturelle
Impulse gehen auf die griechische Geisteswelt zurück!
Wie sehr ist in der Begriffswelt verschiedener Wissenschaften die
griechische Sprache präsent! Und nicht zuletzt: Wie tief wurzelt
unsere christliche Gedankenwelt in der einstigen Weltprache, im
KoinéGriechischen!
Wir
können also die griechische Sprache sicher auch heute noch sehr
gut brauchen, allerdings nur dann, wenn sich unser Bildungsziel
nicht auf einseitige Bildungsrezepte beschränkt.
Also
auch in Zukunft: „Auf nach Griechenland!“ und: „Herzliche Glückwünsche
denen, die heute noch den Geist von Hellas zu erspüren versuchen!“
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